Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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iZo Die neusten Offenbahrungen.
besten Erscheinung also jene Sabischen Prosely-
ten (dafür halte ich sie) aus Arabien, auf dieGc-
burth des Messias zogen, den nach des Tacitus
und Suetonius Ausdruck, damals der Orientale
König der Juden und Eroberer von ganz Asien er-
wartete. Ohne Streit gehört auch der Ausdruck
Himmelreich unter die unverständlichen. Den-
noch behält ihn der Herr Verfasser Matth, i z, z i.
Joh. i, 28. bey: deutlicher setzt er bisweilen da-
für Gemeinde, als Matth. I z, 24. Dagegen in
andern Stellen den, doch nicht allen verständlichen
Ausdruck, Reich der Wahrheit und Tugend.
Am wenigsten gefällt mir für den kurzen Satz, das
Himmelreich ist nahe, dafür ich gesetzt hätte, die
Ankunft des Messtas ist nahe, die langeUmschrei-
bung: Gott ist im Begrif, eine neueReligions-
societät zu errichten, in welcher die Tugend
Belohnungen, die bis in die Ewigkeit reichen,
Das Laster aber ein unabsehliches Elend zu er-
warten hat. So viel dachten weder Johannes
noch irgend ein anderer Jude, selbst nicht einmal
die Jünger Christi vor der Ausgiessung des heiligen
Geistes bey diesem Ausdruck. Himmelreich ist
wörtlich so viel als Reich Gottes, ( denn Him-
mel setzen die Juden öfters für Gott) oder Theo-
kratie, oder die Regierung, welche Gott von Mo-
ses an bis zur Babylonischen Gefangenschaft durch
Mosen, Josua, die Richter und Könige über die
Juden geführt, aber von der Babylonischen Ge-
fangenschaft bis auf den Messias ausgesetzt hatte:
die
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