Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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Religion der Unmündigen. 20Z

ker, der sein Ganzes mit mächtigem Blicke überschaut,
überall bis in das Innere der Wahrheit eindringt,
reines Gold von seinen Schlacken scheidet, und aus
dem ganzen geläuterten Vorrathe seiner Religions-
kenntnisse dieOuintessenz abziehr, und dem Kinder-
verstände in einer angemessenen lichtvollen Kinder-
sprache vorlcgt — den Mann der seine Bibel ganz
versteht >— von allen Vorurtheilen frey ist -—
die menschliche Seele von innen und außen kennt,
und vollkommen weiß, was Kinder fassen und Kin-
der genießen können den haben wir nicht ge-
funden.
Da wir schon die dritte Auflage vor uns ha-
ben, so wäre cs wider das Iournalistcncostume
dem Haufen der bereits gedruckten und gelesenen
Reccnstonen eine weitläuftigc Beurtheilung nach-
zuschleppen. Aber einige kleine Proben zur Be-
stätigung unsers Unheils werden uns unsre Leser
nicht verübten. Wir wählen die acht und vierzig-
ste Unterredung.
„Kind. (S. 14z.) Wer ist nun der heilt,
„ge Geist, von welchen! Sie mir heute sagen wol-
„len ? Vater. Ich fürchte mein Kind! die Sa-
„che wird etwas schwer seyn. „ Dieses pflegt Herr
Seiler seinem Lehrlinge mehrmalen zu sagen, wenn
er eine dogmatische Dunkelheit auf dem Herzen hak,
von der er keine andere Vorstellungsart weis, als
die gewöhnliche — aus dem scholastischen Lehrbu-
che. Aber wardieß wolss dem Zwecke gemäß? Kann
die Religion der Unmündigen schwer seyn? Oder
gehört
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