Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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240 I. F. BahrdL Predigten.
der erkannten Wahrheit (so unvollständig sie auch
scyn mag) ehrlich handeln, sind Gott eben so lieb
als andere, denen Gott ein höheres Maaß von Ein-
sichten verliehen hat: und er wird gewiß auch für
ihre Rettung besorgt seyn. S. zi. „Wer weis
„aber,,, heißt es S. zr. „wie viele unter allen
„heidnischen Völkern noch immer mit so redlichem
„Herzen nach der besten Einsicht ihrer Vernunft,
„nach den Trieben ihres Gewissensund der vorkom-
„menden Gnade des guten Geistes, Gott dienen und
„ihren Nächsten lieben? Ists möglich, daß Gott
„diese hassen und bloß darum verdammen sollte, weil
„sie ohne ihre Schuld nichts von Christo wissen ?„
Daraus folgtssreylich nicht, daß eine Religion ss
gut sey als die andere, und daß man zu einer jeden
nach Gefallen übergehen kann, unter dem Vorwan-
de, daß man in allen Religionen selig werden könne.
S. z 4. Denn dieser letzte Satz ist nur so zu verstehen,
daß ein Mensch, der ohne seine Schuld in einer
irrigen Religion lebt und bona stäe in derselben be-
harret, um unverschuldeter Jrrthümer nicht ver-
dammt werde. „Es ist deswegen (S. Z4. z^.z6.)
„noch lange nicht eine Religion so gut als die am
„dere, daß man in einer so wohl, selig werden
„könnte als in der andern. Nein Christen, so we-
inig es einerley ist, krank oder gesund zu seyn, ob-
gleich ein gesunder eben so wohl sterben kann als
„ein Kranker, und viele Kranke oft eher gerettet
„und länger erhalten werden, als die noch gesund
nsind r eben so wenig ist es einerley, ob wir in ei-
Mk
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