Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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Oetter's Bethlehem. 26^
fri ist er von sunden
, er ist aller Steine beste
er wolle sich gelichen
unserer Armheit re.
Also hat man ehedem auch in Deutschland
geglaubt, daß derHeiland in einer Höle — gcboh-
ren worden. Man hat also (ipiilsimL verba Oeneri,)
dicß ehehin in der ganzen Welt -—- geglaubt. Ju-
den, Türken und Heiden, haben cs geglaubt —-
also aus Ueberzeugung geglaubt— viele Jahrhun-
derte hindurch geglaubt. §. 4.
Fernerer Beweis— zweyter Abschnitt. §. i.—«
Es erhellet meine Meynung aus Lukas Worten: sie
hatttn keinen Raum zur Herberge. Was sagen
die Worte? Etwa so viel: Mariachat den Heiland
in einer Herberge gebohren, weil aber, der vielen
Gäste wegen, kein Platz da war, so mußte sie mit
einem Stalle vorlieb nehmen? Ja, so nehmens
alle Theologen. Aber falsch. Hätte die Maria zu
Bethlehem gebohren, so hätten die anwesende Gäste
alle Platz machen müssen. Oder willman so sagen:
der Heiland wäre zwar erst in Bethlehem gebohren
worden, aber hernach hinaus in den Stall getra-
gen worden. Das thutS auch nicht. Er ward in
der Nacht gebohren (denn nox heißt die Nacht)
da waren die Thore zu. Wenigstens ists nicht
wahrscheinlich daß sie die Römer werden aufgelas-
sen haben. Wäre das, so hätten auch die Evan-
gelisten sich ganz anders ausdrücken müssen. Sie
R 4 hätten
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