Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

Seite: 271
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1774/0291
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Ueber die beste Art rc.

271

daß es mit der ganzen Geschichte übcreinstimmte. Und
jeder nachfolgende setzte diesen Bau einer pragmati-
schen Iudengeschichte so fort, wie ihn seine Vor-
gänger angcfangcn hatten.,, DiesenEinwurf wünsch-
ten wir, daß ihn der H. Verfasser um der Voll-
ständigkeit willen mit beantwortet hätte. Wir wol-
len unsre Gedanken mit ein Paar Worten sagen.
„Wenn dir, würden wir jenem Gegner antworten,
die biblische Geschichte von dieser Seite geringfügig
vorkommt, so löse mir doch das Räthsel auf, war-
um kein Geschichtbuch außer der Bibel die Geschichte
eines Volks so erzählt? Sie übersahen ja auch die
Geschichte, die sie beschreiben, hintennach als ein
Ganzes. Sie reden ja auch von Ursachen und
Wirkungen, von Triebfedern und Folgen der Be-
gebenheiten. Ihre Geschichte hat auch Zusammen-
hang und Verbindung. Warum entdeckt sich gleich-
wohl nirgends in einer Geschichte, ein so erstau-
nenswürdiger Zusammenhang, der so augenschein-
lich ein Wesen voraussetzt, das die Begebenheiten
regiert, und nach einem meisterhaften und Jahr-
tausende vorher angelegtenPlane geleitet hat? Kannst
du diese Frage nicht beantworten, so mußt du ent-
weder zugeben, daß die biblische Geschichte aller-
dings etwas Eignes hat, oder daß ihre Geschicht-
schreiber eines unmittelbaren Bcystandes genossen
haben, der sie in die Wege Gottes cinsehen lehrte.,,
Und wir glauben, es könne beydes zugleich gefolgert
werden.
loading ...