Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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252 Kleinere theologische Schriften.
Gedanken des Schriftstellere auedrückcn. Ja wir
beklagen cs, daß ce noch viele elende Homileten
giebt, die solche Ausdrücke der Bibel noch immer mit
dem lieben Catechismus einschränken und z. E. hier
an eine Art von Beichte denken, anstatt den vol-
len Gedanken der angclobten Besserung, die Jo-
hannes foderte, aufzufassen. Daher wir es Hrn.
G. für Blödstnnigkeit auetegen, wenn er glaubt,
H. V. habe den Gedanken des heiligen Geistes ver-
ändert, da er vielmehr den in den Worten liegenden
Sinn meisterhaft entwickelt hat. Aber wie sollen
wir dann die Chikane nennen, die H. G. seinem
Gegner macht, wenn er ihn beschuldigt, daß er
die Taufe für ein bloßes Zeichen halte? Unser Ca-
techiemus fragt: woher weist du das? (daß du
rin Christ bist) A. weil ich getauft bin u. s. w.
So giebt ja der luthersche Catechismus selbst die
Taufe als ein Zeichen an, daraus unsre Gemein-
schaft mit der christlichen Kirche zu ersehen ist.
Wird nun wohl ein vernünftiger Mensch so schließen,
„wer die Taufe ein Zeichen nennt/ der hält sie für
weiter nichts — ?„ Es ist gerade so abge-
schmacktgeschlossen, als wenn ich sagen wollte: wer
Jesum für den Lehrer, und das Tugendbild der
Menschen hält, der erklärt ihn für einen bloßen
Lehrer und ist ein Socinianer, weil er die Genug-
thuung leugnet. Fast wäre H. G. zu rathen, noch
einmal Grosseres Logik durchzulesen, damit er ein
wenig besserargumentiren lernte. Dennnachseiner
Art zu schließen ist der Apostel Paulus mit H. D.
B. in gleicher Verdammniß, weil er von der Be-
schnei-
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