Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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Antwort auf das Sendschreiben re. 57
Schrift, um sich in stimm asten Vorurtheile, das er
gegen diese Leute gefaßt hatte, zu bestärken, und es
wieder wegzulegen. Aber auf einmal schien ihm ein,
treu nous progeme8, in den Ohren zu schallen, als
er die kräftigste Versicherung las: daß der Verfas-
ser ohne Vorurtheile mit einer gesunden Vernunft
in die Untersuchung der streitigen Lehren hineingehen,
und mit faßlichen, einleuchtenden und strengen
Gründen die Wahrheit der römischen Religion er-
weisen wolle» Entweder, dachte der Rccensent,
muß dieser Mann die Lehren seiner Kirche einmal
seßhaft überdacht haben, uno denn werdet ihr euch
ohnfehlbar am Ziele der Untersuchung freundschaft-
lich die Hände bieten, oder wenn d^s nicht styn
sollte, so muß er mit Vorurtheilen, mir gesunder
Vernunft, mit faßlichen, einleuchtenden Gründen
ganz andere Begriffe verbinden, als andere Leute
damit zu verbinden pflegen. Und nun konnten wir
der Begierde nicht widerstehen, den Mann ganz ken-
nen zu lernen» Aber siehe da — der Verfasser wollte
mit seinen großen Versprechungen nicht mehr und
nicht weniger thun, als — den Lesern Sand in die
Augen werfen. So bald wir ansiengen zu lesen,
verflogen sie wie Spreu, die der Wind zerstreuet.
Wir haben nun unsre Augen von dem Staube
wieder gereinigt, und können jedermänniglich ver-
sichern, daß der Verfasser der seichteste unbedeutendste
Schwätzer, und sein Kopf voll der abgeschmacktesten
Vorurtheile ist; daß auf jeder Seite feines Buchs
die sichtlichsten Documente seiner äußersten Unwis-
senheit stehen; daß er nicht einmal die Meynung
seiner Gegner gefaßt hat, u. s. w» Ein einziges
hat der Verfasser vor seinen übrigen Herrn Anus-
C z brüdern
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