Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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Genaue Deurtheilung re. izy
weiten Distrikt auf seiner Studirstube übersehen
kann, oder einiger weniger, die ein ganz ander Clima
von Geschäften gewohnt sind. Die chursächsische
erneuerte Schulordnung kam uns daher zu unver-
murhet; und ohne vorher etwas von den dazunöthi-
gen Anstalten gehört zu haben, kommt sie auf ein-
mal zum Vorschein, und scheint uns daher den
ersten Fehler zu haben, daß man sich dabey zu sehr
dem Gutachten und dem Ansehen eines einzigen
Mannes überlassen, der der Arzt feyn soll, der allen
Arten von Gebrechen abzuhelfen weiß. Das ist
wohl auch von den erfahrensten Arzte zu viel ver-
langt, der gemeiniglich nur sein besonders Fach hat,
in welchem er glücklich ist, und dem auch bey der
Menge eingcsammelter Erfahrungen noch immer
neue Fälle vorkommen, bey denen er sich mehr dem
Glücke, als seinen Einsichten überlassen muß. Der
Sinn eines jeden ist ein eigner, und ein jeder baut
nach seinem Eigensinne, nach dem sich unmöglich
der allgemeine Sinn bequemen kann, und es müs-
sen daher nach unsrer Meynung in einer solchen
Schulordnung Stellen vorkommen, die allenfalls
glückliche Einfälle, aber nicht praktikable Fälle sind.
Zu Anstalten, welche die Commun betreffen,gehören
auch wohl gemeinschaftliche Beratschlagungen.
Es soll nur eine erneuerte Schulordnung seytt.
Vermutlich in Rücksicht auf andre ehedem, und
besonders unter dem 2v. Nov. 1724. und von 24.
Jul. 1769. getroffene Schulanstalten. Allein
sollte nicht bey dergleichen Erneuerungen die erste
Reflexion auf die Ursache des eingerissenen Verder-
bens, und auf den Punkt gerichtet feyn, warum
die ehemaligen Verfügungen und Instruktionen, die
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