Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

Seite: 240
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240 Das neue Testament — von Schutz.
hier „H. Geist,, übersetzt werden? Herr
Schulz giebt in andern Stellen dieses Wort, wo
es unmittelbare göttliche Wirkungen anzeigt, an-
ders und bestimmter. Wozu blieb er hier bey der
wörtlichen Übersetzung ? Ich laste es gelten, wenn
ein Ucbersetzer in solchen Stellen „H. Geist,, über-
setzt, wo etwas dem H. Geiste eigenthümllchcö dog-
matisch prädicirt wird — welches auch Hr. Bahrdt
gethan hat» Aber hier wird doch Hr. S. nicht ge-
glaubt haben, daß der Gedanke „als ob die Her-
vorbringung dieser Leibesfrucht der Person des H.
Geistes besonders eigen scy„ ein Glaubensartikel wä-
re? Und so mußte ihm immer dcrBahrdtische Aus-
druck: — „befand stch schwanger-— durch ein gött-
liches Wunder,, verständlicher, edler, und seinen
eignen Grundsätzen angemcßner scyn. Und gesetzt
endlich auch, Hr.S. Hatte jenen Gedanken wirklich
gehabt, so mußte er doch aus alle Fälle durch einen
anständigem Ausdruck vorgetragen werden — z.E.
i, sie ward schwanger durch ein Wunder vom Heil.
Geiste. „
V. rz. „welches so viel heißt, als Gott mit
uns,, Bahrdt: „welches so viel ist, als: Gott un-
ser Helfer l„ Wir führen diese Stelle an, um dem
Leser wo möglich die alberne Grille aller Michaclisia-
ner begreiflich zu machen, die schon Hr. D. Ernesti
so oft gerügt hat, als ob zu einer treuen Uebersctzung
erfordert werde, daß sie wörtlich — d. h. wörter-
buchsmäßig sey. Man stelle sich einmal die Sache
vernünftig vor. Uebcrsetzcn (deutsch übersetzen)
heißt, jeden Gedanken des Originals auffasten, und
so, wie er ist, ohne Zusatz oder Abkürzung, mit
einem völlig Zleichgeltmden und wo möglich gleich-
kurzen
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