Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

Seite: 255
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1774a/0263
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Ike äiv. oss dlirlli. 255
fen der Menschen zum Glauben an diese Vorstellungs-
art verpflichtet.
Wir können nicht sagen, daß wir in dieser Schrift
etwas neues gefunden hätten. Seine Beweise sind
die längstbekannten, von denen unsere sprachkun«
digen Theologen immer behauptet hoben, daß sie
zwar die Gottheit Christi beweisen, aber den bestimm-
ten moäum LO^icancii unserer Systeme unentschieden
lasten.
Indessen ist diese Schrift für einen Verehrer des
KircheNsystcms immer lesenswürdig. Der V. schreibt
ordentlich und streitet mit Redlichkeit und Sanftmuth
gegen die Widersacher seiner Meynung, ohne in den
bigotten, heftigen und aufgebrachten Ton zu verfallen,
der einigen deutschen Gottcsgelehrten eigen ist, und
welcher Gesinnungen voraussetzt, die allemal hassens-
würdiger als die gröbsten Irrthümer selbst sind.
Der V. hat seine Abhandlung in ein Gespräch
eingekieidet, wo Neophytus und Philanthropus mit
einander reden. Diese Methode in Streitschriften
ist freylich die bequemste für die Absicht des Verfas-
sers. Denn er hat alsdann die Disputirenden im-
mer in seiner Gewalt. Er kann mit leichter Mühe
es dahin bringen, daß der Orthodox recht und der
Gegner unrecht behält. Und so hat es auch Hr. B.
gemacht. Sein Neophytus trägt oft die seichtesten
Einwendungen vor und wird vom Phil, schnell und
umvidcrsrehlich von den Jrrthümcrn seiner Sätze
überführt. So versichert Z» E. N. gleich anfangs,
daß er auf seine Zweifel durch eine gewisse Schrift
geleitet worden sey, welche den Titel führet: b.ovver
vf riw Oospel, d. i. ein Liebhaber des Glaubens; und
das
loading ...