Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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Nachrichten.

Z04

IV.


Nachrichten-

/Kiner der betrübtesten Todesfälle, die sich in diesem
Jahre ereignet haben, ist gewiß der zu Frank-
furt an der Oder erfolgte Hintritt unsers Zöllners.
Wie viel die Welt an ihm verlohr, können wir un-
fern Lesern nicht besser begreiflich machen, als wenn
wir ihnen den größten Theil des EhrengedächtnifseS
rnittheilen, welches Hr. Carl Sam. Protze gestif-
tet hat. — „Herr Johann Gottlieb Töllner,
war der einzige Sohn eines Predigers zu Charlot-
tenburg, und daselbst den neunten December des
Jahrs 1724. gebohren. Schon im dritten Jahre
seines Lebens verlohr er seinen Vater, welchem in sei-
nem Amte mein ftliger Vater, der nachmalige Con-
sistorialrath Protzen zn Stettin, folgte: und sich mit
seiner Mutter verheiratete. Er gewann sogleich
durch sein weiches und folgsames Her; denselben für
sich, und ward aufs zärtlichste von ihm geliebt. Von
ihm silbst erlernte er die ersten jugendlichen Kenntnisse,
woraus er durch dessen Beruf nach Crossen, als In-
spector, die Gelegenheit bekam, den Unterricht der
Lehrer an der dortigen Schule zu nützen. Es zeigte
sich bald, daß sein vorrrefliches Genie und sein der
Jugend seiner Jahre nicht gewöhnlicher Fleiß eine
sorgsamere Ausbildung fordere. Er ward zu dem
Ende dem damaligen geschickten Rector der Schule
zu Frankfurt an der Oder, Herrn Roloff, übergeben,
unter dessen Aufsicht und Unterrichte er glücklich auf
seinem
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