Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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ZiL Nachrichten.
dm Weisen und dm Christen, der standhaft und
geduldig leiden und ruhig und vergnügt sterben
konnte.
Schon seit einigen Monaten klagte er über Kräm-
pfe in der Brust, die ihn unter den empfindlichsten
Schmerzen von Zeit ,z l Z it angn'ffen. Gemeinig-
lich kamen sie qeg n Abend, und dauerten bis in die
Mitte der Nacht, er fuhr allo fort, sine Vorlesun-
gen dabey abznwarren. Endl.ch nahmen sie mit sol-
cher Heftigkeit zu, daß er fein Zimmer nicht mehr
verlaßen konnte. Die genügst Bewegung verstärk-
te sie, und diese war das einzige Mittel, wodurch er
sonst seinen Zustand erleichterte. Schon im Anfänge
seines Krankenlagers veränderte er seine sonstige Art,
sich durch Unte re)ungen von gelc'-rten Sachen zu
zerstreuen, indem er fühlte, daß nackdenkendeGesplä-
che ihn zu sehr angrisf.n. „Dies ist, „ sagte er mir,
„mein letztes lager, aber wie lärme es dauren möch-
te, das weis ich nicht. Mein Krampf kann mich
sogleich ersticken, ich kann aber auch dabey noch lange
leiden. Auf beydcs werde ich mich anschicken. Mein
Haus will ich ohne Aufschub bestellen, um das erste-
re für mein nack-bleibendes Kind unschädlich zn ma-
chen , und gegen das andere mich durch Geduld und
gläubige E gcbung in die Hand meines Gottes mah-
nen, hoffen und nicht fürchten. „ Es qüngcn noch
einige Wochen hin, in denen er einige Stunden aus-
serhalb dem Bette zubringen konnte, obgleich täglich
Stunden kamen, in welchen er sein Ende da zu seyn
glaubte, in denen die Luft wegblieb, und langftnr
wiedcrkam. Nichts beunruhigte ihn mehr, als der
Anblick seiner Zuhörer, die durch seine Krankheit in
ihren Beschäftigungen gestöhrt wurden. Er ließ ei-
mgc ftmer Vorlchmgen dlktiren, und um sich, selbst
von
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