Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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Nachrichten. ZHi
wird, sie gleichfalls über Gewalt schreyen, und bald
unter allerley Vorwande Hülfe und Protcctwn bey
hohen Machten, die ihrer Religion zugethan, suchen
werden.
5) Nicht nur die Französischreformirtcn , son-
dern auch die Römischkatholischen werden, wann den
deutschen Reformirten ihr Gesuch zugesianden wird,
bald ein Gleiches suchen: Und mit was für einem
Grunde wird cs ihnen alsdann geweigert werden
können? Auf diese Art wird bald hier ein allge-
meines öffentliches Etzercitium aller Religionen seyn;
und die Grundverfassung der Stadt, wird ganz über
den Haufen gestossen werden. Wozu noch kommt,
daß die Herren Residenten sich ihres Rechts, ihren
Gottesdienst in ihren Häusern zu halten, nie bege-
ben werden, wodurch denn das öffentliche Exercitium
fremder Religionen steh also ausbreiten wird, daß
endlich eine völlige Verschlingung der evangelisch-
lutherischen Religion, davon zu befürchten.
6) Wegen der Hofnung, daß durch dergleichen
Vergünstigung, der Flor der Stadt und Handlung
werde vermehret werden, geben w.r hier nur dieses
zu bedenken: daß alle Häuser, welche etwa neu an»
kommende Religionsverwandten an sich kaufen, aus
dem nexu unserer Kirchen, kommen, und dadurch
denn unfern Kirchen, ihren Tranis und insonder-
heit dem Gotteskasten , aus welchen gleichwohl die
Armen ernähret werden müssen, ein Vieles entzogen
wird, wie dieselben dieses, in Ansehung der Häuser,
welche jetzt schon von fremden Religionsverwandteir
besessen werden, schon empfindlich fühlen. Die Nah-
rung aber, die fremden Religionsverwandtcn etwa zu-
wachsen kann, geht in der That unfern evangelischen
lutherischen Bürgern und Einwohnern ab.
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