Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

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ir Tychsmö beftcyLeö Tentamen.
HM haben, und daß der eine (Ornia) der an¬
dre aber ri'H-irg (^clonia) gelesen habe.
Wir bitten unsre Leser, diese wenige Anmerkun-
gen zu prüfen und dann kaltblütig und unpar-heyisch
darüber zu urtheilen. Wir haben nicht die Absicht
gehabt, das Tentamen des H. T. und dessen Befrey-
ung vollständig zu widerlegen, oder alles, was H. T.
seinen Gegnern vorsagt, verwerflich zu machen, son-
dern wir wollten nur vor der Hand (denn künftig
werden wir uns bey dem Fortgänge des Streits
über mehrere Punkte erklären) dem Schaden vor-
bauen, den die Tychsensche Schriften der Religion und
der Kirche zufügen würden, wenn das Resultat der-
selben allgemein angenommen werden sollte, „als ob
der Codex alten Testaments keine Kritik aömittire,
und als ob alle heutige kritische Hülfemittel —> al-
te Uebersetzungen und Handschriften— schlechter-
dings untauglich und unbrauchbar wären.,, Denn
die Kritik hat schon manchmal die Ehre der Bibel
gerettet, und dem Freygeisie Stellen aus den Händen
gewunden, welche er mit seinen Spöttereyen gemis-
handelt hatte, und die unsere ältern unkritischen
Theologen nicht anders als durch die gezwungensten
und lächerlichsten Erklärungen retten konnten. Und
deswegen haben wir kürzlich zu zeigen gesucht, i)
daß die Hypothese -es H. T. noch auf schwachen
Füssen stehe und 2) daß die h. Kritik, gesetzt auch,
daß H. T. iu noch so vielen einzelnen Sätzen und
selbst in seiner Haupthypothese Recht hätte, doch
immer ein brauchbares Hülfsmittel in den alten Ue-
berfttzungen behalte, und ihren Werth und Nutzen
nach wie vor behaupte— gesetzt auch, -aß noch
zehn Tychsen in der frommen Einfalt ihres Herzens
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