Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

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8o Sammlung gottesdienstlicher Lieder»
reichert, und dafür noch manche alte unbrauchbare
ausgelassen, oder wenigstens mit grösserer Sorgfalt
alle falsche uncrweiöliche, schwärmerische und über-
triebene Ausdrücke und Gedanken daraus entfernt?
Frcylich sind alle Schritte zur Vollkommenheit lang-
sam: dennoch hätte man die gefundene gute Gelegen-
heit besser nutzen können. In der kleinen »men St.
Petcrsburgischen Sammlung bemerken wir ungefähr
neue Lieder, die in der revalfchen fehlen.
Ohne uns in eine weitläufige Anzeige einzulaf-
sen, wollen wir nur etwas zur Rechtfertigung un-
sers Urtheils anführen. Das Lied N. 141. Nun
komm der Heiden Heyland, und viele andere von
ähnlichem Schlage, hätten ohne Schaden können weg-
bleiben. Bey Kirchengefängen sollte doch wohl kein
Ansehen der Person start haben. Gedanken und
Ausdrücke, wobey der Vernünftige nichts denken
kann, findet man häufig, z. B. in Weil nichts ge-
meiners ist als Sterben v. 8. „Ach gönn' mir,
deine heil'ge (Heilgen) Wunden zur Ruh-dein
Blut zur Kron und Sterbckleid, zuletzt zum Grabe
deine Seit.,, Das wäre wohl ein unerhörtes Grab,
das nur ein Herrnhuter im Ernste sich zu wünschen
fähig ist! In Nr. 12g. Du bist mein auserkohr-
ner Freund, heißt Jesus eine Mutter, ein Balsam,
eine Wärterin, ein Panzer und Schild, ein Schiff,
ein Anker, Compaß, Magnet, ein Zucker, festes Dach,
ein Garten, ein Blümlein, Röschen, ein Lustspiel,
ein Tagewerk, ein Traum, ein Vorhang ums
Bette rc.rc. und das soll man noch in unfern aufge-
klärten Zeiten singen! Ja, auch in Straf mich nicht
in deinem Zorn v. 1. noch immer nach der alten
Art: „Lesch ab in dem Lamme, deines Grimmes
Flam-
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