Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

Seite: 153
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?rojet deforme erc. 15z
Menschen erst soviel Schwierigkeiten zu überwinden
haben, ehe sie zu heurathm im Stande sind.
Dieses allgemeine Unalück nun, welches wahr-
haftig einen jeden Gutgesinnten in dem innersten der
Seele rühren, und aufmerksam machen sollte, kann
durch nichts in der Welk gehoben werden, als durch
die Erfüllung des obgedachten Wunsches. Denn kein
Landesherr ist im Stande, den einmal eingerisienm
Luxus und die daher entstandene Menge der Bedürf-
nisse der Menschen in allen Ständen zu vermindern
und folglich diese Quelle der Verhinderung des früh-
zeitigen Heurathens zu verstopfen. Hingegen wird
er desto eher im Staude seyn, dem Urheber zu Hülfe
zu kommen, wenn er den E-tcrn die Kosten, die sie
auf ihre Kinder verwenden müssen, in den ersten io
Jahren der Ehe, wo sie sie am meisten drücken, ab-
nimmt, öffentliche Erzichungshäusec anlegt, und
die Unterthanen dadurch in den Stand stick, frühzei-
tiger zu heurathm. Und man sage nicht, hast diese
Forderung an die Landesherren eine unbillige Zumu-
thung.sty, die ihre Kräfte übersteige. Denn einmal
sind dw Kosten, womit ein Herr z. E. i so Kinder mit
einander crz eben laßt,kaum dm vierkeuTheil so Zroß als
sie alsdeuu Md, wenn jeder Vater seine Kinder eiuzeln
erziehen muß: Zwcytens muß bcy jenem Vorschläge
überhaupt vorausgesetzt werden, daß die Eltern durch
einen propsrtiomrtm Beytragx diese öffentliche Erste,
hungsanstaltcn unterstützen müßten. Nehmli'H jeder
Vater würde thcils nach seinem Vermögen, rhcils
nach seinen Amtseinkünftcn geschätzt und nach dieser
Schatzung angchckten, jährlich so und so viel Pro-
cente an die Erziehungskasse zu geben, so daß er her-
nach vermittelst dieses Beytrags so gut zehn Kinder
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