Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

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2vZ Kleinere theologische Schriften.
lichkcik eines dritten Falles deutlich genug in die
Augen leuchtet. Denn wenn z.E. eine Flamme ein
Licht erreicht und dasselbe anzündet, so daß an dem
Lichte nun auch eine Flamme entsteht, die der Kraft,
Farbe, Figur— kurz dem Wesen nach jener andern
gleich ist, so wird doch niemand sagen, daß das Licht
sich selbst angezündet habe, und eben so wenig, daß
jene Flamme diese geschaffen habe, sondern er wird
ein Tertium finden , dessen Benennung ich übrigens
von Herzen gern seiner Wiükühr überlasse.
Mir fällt hierbei) ein Gedanke em, den ich
schon oft gehabt habe, und dessen Ausführung ich
für äusserst wichtig ansehc. Es sollte einmal ein
rieffinniger Kopf die morgenländischen Schriften und
besonders die Bibel blos in der Abstcht studiere!?, nur
die Philosophie der h. Schrift zu abstrahiren, das
heißt diejenigen Notionen zu sammlem welche fie aus
der Logik, Physik und Metaphysik voraus seht,- und
nach denen ihr Sprachgebrauch sich richtet. Ich
will aus einen: Epempel zeigen, was ich damit wem
nc, und was durch eine solche Arbeit zu gewnnen
wäre. Ich glaube z. E. beym Lesen der Schrift ei-
nen ganz eignen metaphysischen Begriffvon der Kraft
bemerkt zu haben. Nach der biblischen Metaphy-
sik scheint die Notion der Kraft blos vom Geiste
und denr, was dem Geiste, nach dec Idee des Mor-
genländers, ähnlich ist, nehmlich Luft (M->) abstra-
Hirt zu seyn. Unsere Philosophen brauchen das Work
Kraft, so daß es auch Körpern zukommt. Daher sie
eine vim rnoven6i und wohl gar auch eine vim insr-
rias glauben. Der älteste Morgenländer nicht al-
so. Alles um ihn her, was seine Sinne empfinden
ist ihm todt. Nur der Geist hak Le-
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