Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

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214 Kleinere theologische Schriften.

tert würde.,. Wer kann sich enthalten mit dem
Manne Mrleiden zu haben -— ?
Ehe aber Hr. D. zur Hauptsache kommt, er-
klärt er sich über einige Präliminarpuncce, die wir
nicht übergchen können. Zuerst bittet er sich Er-
laubm'ß aus, sich bey seinen Beytragen auf die alte»
sien Kirchenväter berufen zu dürfen. Und wer wür-
de ihm diese nicht gern zugestehn? Es ist ja be-
kannt genug, daß die Kirchenväter bey Streitigkei-
ten gar gut genmzt werden können. Aber es gehört
nur ein Mann darzu, der es recht weis, wo und wie
sie zu gebrauchen sind. Daß Hr. D. der Mann
nicht war, sondern gerade den unrechten Gesichts-
pu ick erwischt hat e, aus dem man den Gebrauch
der Kirchenväter zu beurtheilen hat, mögen un'cre
Leser aus folgender Stelle beurtheilen. ^Könnten
wir wohl eine Vorsehung behaupten; könnten wir
über dieses eine besondere W.ch^MkeitGottts über
seine Kucke glauben; und doch die allerunwohr-
schemlichste Zulassung Gottes für möglich hallen,
daß seine Offenbarung, nachdem sie kaum durch die
Apostel nie-ergeschrieben und vollendet worden, kein
Jahrhundert lang unverfälscht in der Kirche bekannt
gewesen, sofort durch gewisse unbekannte Veranlas-
sungen von der Hand gekommen, und in ein Ge«
webe von Unwahrheiten sollte verwandelt worden
seyn? Wann bey uns so viele Irrung und so vie-
ler Misverstand der Schriftstellen davon herrühret,
daß wir uns nicht recht in tue Umstände hineinsetzen
können, darum die Apostel waren und schrn.ben;
tunken es denn jene (die Kirchenväter) auch nicht,
die ihnen um mehr als anderthalb tausend Jahre
näher waren? und die von denen unmittelbaren
Schü-
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