Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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Weissagungsgesang Mosiö.
und da entschlüpft ihm ein fader Gedanke, der bey
genauerer Prüfung Trugschluß ist. Z.

Weissagungsgesang Mosis an die Israeliten
5 Mos. z r. Aue der Urschrift von neuem über-
setzt und mit Erläuterungen begleitet von Leon-
hard Johann Carl Justi, Mitglied des königl.
philol. Seminar» zu Göttingen. Göttingen, ge-,
druckt mit Barmeierischen Schriften 1774. 4
Seiten in 8-
d^llemal klopfet mir das Herz vor Freuden, wenn
mir auf der breiten Straße der Schriftsteller
einmal ein Jüngling entgegen kommt, der einsam
vor sich hinwallet, und mit glühendem Gesichte auf
iene Höhe hinblickt, welche vor ihm die wenigen Ed-
len erstiegen haben, deren Geist, vom Vorurtheil des
Ansehens entfesselt, auf ebener Bahn zur Wahrheit
wandelt; der nicht im heissen Sande scholastischer
Wüsteneyen seine Füße sengt, nicht aus den Morä-
sten der Polemik feinen Gaumen verdirbt, nicht am
Schwerde des Inquisitors sich müde schleppt— auch
nicht am Gusset und Golins naget, oder mit der
Brühe danzischcr Analyse sich den Leib schwellet; —
sondern der selbst Seele ist, um zu denken— selbst
Auge, um die Quellen der Weisheit zu beschauen: —
der am Urquell des Lichts sich nähret, aus welchem
Oßian und Pindar Begeistrung erhielten.— Und
nrtheile, Leser! was ich empfand, als ich von einem
Jünglinge die erste Meisterdollmetschung eines mo-
saischen Gesanges erhielt, den seither alle gemieden-
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