Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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Mtipcrpjstischeö Journal. izi
Wir müssen unfern Lesern bey dieser Gelegenheit
gestehen, daß wir die Papisten, was den Punct der
Abeörcerey anberrifk, in rbest allezeit frey gesprochen
habe?.. Und wer nicht schwach genung ist, seine An-
rede an jemand richten; ihm mit einem guten Zu-
tranen zu seinem Ansehen und zu seiner Güte nm Hülfe
onsprechen; vor ihm bey der Gelegenheit einen ehrer-
bietigen Knicks machen u. s. w... Abgöttercy zu nen-
nen, der cm'rd uns darinnen vollkommen Recht geben.
Denn das Wesen der göttlichen Verehrung (culrus
re'ü^ioü) kann unmöglich in den Worten und äußer-
lichen Grimassen bestehen. Sondern es kommt alles
auf die innern Vorstellungen an. Wer sich ein
Ding a T Gorr vorstellt und es dann anbetet, der lei-
stet ihm göttliche Verehrung. Und'wenn aledenn daS
Dm,g gleichwohl nicht Gott ist, so ists Abgötterey.
So lange also der Papist seine Heiligen für nichts
als bloße Menschen hält, und bloß ihre Fürsprache
sucht, d-'cen Kraft er der Gnade zusckreibt, in welcher
sie hey Gott stehen; so lange bleibt seine Anrufung
der Heiligen zwar eine Albernheit, weil man keine zu-
reichende Versicherung hat, daß sie unserGeschrey hö-
ren, ferner ein (Goss 2, r z.) die des¬
wegen verwerflich ist, weil sie Gott nirgends vorge-
schriebcn hak, endlich eine Quelle von mancherley schäd-
lichem Aberglar-ben, —> aber sie wird deswegen noch
keine veroammliche Abgöltereysünde. Und daß dis
Papisten ihre Heiligen wirklich für bloße Menschen
Halm», daß sie sie nickt für absolute Herren ihres
Schicksals msschcn, wie es Gott ist, sondern nur für
solche, die. als vormchiche Gegenstände des göttlichen
Wohlgefallens, durch ihre Fürsprache etwas ausrich-
ren können ; daß sie Issum Christum allein als den
unmittelbaren Herrn über Himmel und Erbe vereh-
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