Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

Seite: 138
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IZ3 Aelteste Urkunde."
einmal brauchbar. Natürlich mußt ihm der Umlauf
des Monds von 29 Tagen bequemer scyn, der über-
dies durch seine Phasen 4 Unterabtheilungen giebt,
jede von 7 Tagen. Und dies hat bcy allen Völkern
die Wechmrechnung veranlaßt, deren einen Tag man
der Ruhe, den geselligen Vergnügungen (und dies
ist der wahre Dienst Gottes) widmete.
In einer solchen Periode, sagt Mvses in seiner
Unschuld, schuf unser Vater seine Welt. Jede der
sechs Arbeiten forderte so viel Zeit, als wir auf 24
Stunden rechnen. Der siebente Umlauf von so viel
Stunden lohnte den guten Gott mit Ruhe, mit
Freude über sein Werk.
Mehr also als Zeitmaaß hat Moses nicht be-
stimmen wollen. Daß nun die kalten Quackler der
spätem Welt schon da Tag - und Nachtwcchsel hin-
einträumcn, wo er nur noch dessen Dauer will und
mit gesundem Verstände nur wollen kann, darf er
dafür leiden?
Genug gesagt, den Moses vernünftig zu erklä-
ren. Wir gehn zu Herders zweytem Theile: Schlüs-
sel zu den heiligen Wissenschaften der Egypucr.
Daß auch hier Unkunde der Quellen und Par-
theylichkeit für seine Hypothese herrscht, wird der
Leser erwarten: nur ist's nicht zu beschreiben, zu was
für ungeheuren Verirrungen ihn dieses verführt. Im
Fieber seiner Einbildungskraft, seines Dünkels, tappt
er unaufhaltsam in Schlangeuzügen fort, glaubt in
Hellem Licht zu wandeln, glaubt in einfachster Rich-
tung fortzuwallen: mit ungeblendetem Auge sicht ihn,
ich sage nicht einmal der Kenner, nur der Halbwis-
. . str,
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