Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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AelLeste Urkunde. 1Z9
ser, und beweint das betrogene Genie, den Mann
von so viel gutem Willen, von so viel Verdiensten,
der in Fächern, wo es um Räsonnement und Gefühl
gilt, so glücklich aus sich spann, und hier, wo bloS
Thatsachen das Unheil stützen müssen, wo ihm Ge-
brauch der Quellen fehlt, einen Zug wagte, der aus
so viel Ursachen gerade ihm mislingen muste, und der
ihn Narren und Klugen zum Spotte machen wird.
Wahrheirliebe gebeut mir, seine vornehmsten Irrun-
gen zu rügen: aber dich, vernünftiger, billiger Leser,
beschwör'ich, unterdrücke das Hohnlachen und des
Neides Triumph: sieh in ihm den schlafenden Ho»
mer, und gesteh's, daß nur ein Herder so fehlen
konnte! *)
Der Eingang ist vortrefiich. Daß nicht Moses
der Schöpfungsgeschichte Verfasser sey, nicht seyn
konnte, beweist er aus dem Gefühl: und wohl dem
Leser, der hier auf kurze Zeit die Hieroglyphe gelten
läßt.
„Die Hieroglyphe prägt sich der Bildungskraft
ein: Mosens Gesetz liefert Vorschriften. Jene er-
mahnet, räth: Moses gebeut, droht, straft. Auch
die Stelle, wo sie steht, ist nicht die, die sie als Bey»
läge haben müßte: wären sic ncmlich vom Moses aus-
gezeichnet, so müßten sie nach den Worten, gedenke
des Sahbatns, folgen. Ein Beweis, daß sich
diese Worte auf alte allgemeine Sitten beziehen, deren
Ursprung anzuführen, Moses für übcrflüßig erkennt.,,
Wie sinnreich!
Auf die Hieroglyphe baut cr also die Allgemein-
heit des Gebrauchs, nach sieben Tagen zu rechnen:
wo

H Denn Hochmuth kommt vor dem Falle.
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