Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

Seite: 178
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Unvorgreifiiche Vorschläge.
beln verschieden wären, — „das werden sie in Ewig-
keit nicht merken.,, Aber warum denn nicht? Wann
Nun z» E. das Mädchen ein schneppisch Ding wä-
re, und sagte: Hans ! Hier bring ich dir eine Bi-
bel, so hast du doch keine; die ist verbessert: Und
der Mann dann sagte: Ja, meinst's — unsere ist
auch verbess rk, und gewiß noch besser wie eure, <—
und die kämen sich gar darüber in die Haare. Genug!
wenn auf diese Art nur zwo verschiedene Bibeln zu,
sammen kämen, und die Leute es merkten, daß sie ver-
schieden wären — wie dann? —- Sol! ich nun
noch von den bey der Verbesserung zu beobachtenden
Regeln, die der Hr. Vers, gegeben hat, was sagen?
viel darf ich wohl eben nicht. Es sind ihrer ohnge-
fehr Sechse. Und gegen die meisten wird nicht viel
zu erinnern seyn, wenn einmal zugegeben worden,
daß Luthers Uebcrsetzung verbessert werden müste;
Ale: Wo derAusdruck Luthers so ist,daß man nicht
leicht was daraus nehmen kann, wo er etlicher-
ruaffen anstößig ist, oder der historischen Wahr^
heit nicht recht gemäß, da muß verbessert werden.
Gegen andere aber kann eher etwas eingewendet wer-
den, als gleich gegen die erste: „Wenn eine schwere
Stelle auf mancherley Weise ausgeleget wird, zwi-
schen welchen es noch zweifelhaft ist, welche den übri-
gen vorzuziehen sey : so muß D. Luthers Version,
wenn nur ein vernemlicher Sinn nach der Gramma-
tik darinnen steckt, gelassen werden.,.
Wenn bey schweren Stellen nicht nach der gros-
sem Wahrscheinlichkeit der Erklärung soll geän-
dert werden, so wird wohl bey'm Aendern unrichtig
übersetzter Stellen nicht viel herauskommen. Denn
wenn die Stellen nicht schwer waren, und der Sinn
wuchern gerade vor den Füßen lag, so hak er sich auch
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