Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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204 Oe processione 8piriM8 8anAi.
Wir wollen nun nichts davon sagen, daß da-
allermeiste falsche Waare ist, wie man heut zu Tage
wohl weis, und wie man längst mit Händen hatte
greifen können: wir wollen uns auch darüber nicht
aufhalten, daß kein Original, sondern nur die latei-
nischen Übersetzungen angeführet sind, aus welchen
man nicht sicher auslegen kann; Aber alles zugege-
ben, so finden wir in allen diesen Stellen nicht den
geringsten förmlichen Beweis für dieMeyttung der
griechischen Kirche, daß derGeist vom Vater allein,
und nicht auch vom Sohne ausgehe. Das wird in
keiner einzigen gesagt. Und hier möchten wir den
Griechen sehen, der uns diese Behauptung klar und
deutlich aus einem ächten Vater vorlegte. Dann
Zorn, schließt immer nur so, wieProcopowicz in sei-
nem kürzlich Herauögekommenen Buche über eben die-
se Materie auch geschlossen hat. Die Alten sagen
immer, der Geist gehe vyn Gott, vom Vater aus;
Also mcynen sie allein den Vater, nicht auch den
Sohn. Aus den Lateinern in seinem vierten Buche
weis er nichts, als ben Tertullian wider denPraxeaS
V. 44 anzuführcn, wenn er sagt: <)ui spirimm non
aliunöe puro, tpiarn 3 parre per iilium. — Ec
will nehmlich gegen die Praxeas die Monarchie, die
Einheit Gottes behaupten. Da war freylich nicht
räthlich zu sagen, der heilige Geist sey vom
Vater und Sohne. Er sagt also, vom Vater durch
den Sohn. Er führet auch sonst noch eine zweifel-
hafte Stelle aus dem Cyprian an.
Das sollen nun Beweise aus dem christlichen
Merchume heißen; nach dem man gestehen muß,
daß die Lateiner aus der Schrift nicht deutlich genug
widerlegt werden können, wie selbst Procopowicz ein-
geräumt hat.
Aber
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