Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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ri4 Abhandlung von der heil. Schrift.
lem Fleiß geprüft werden. Das thun aber die' heil.
Schriftsteller— Lr§o. Nun werden aus dem
A. und N. T. Stellen angeführt, darinnen die heil.
Schriftsteller ihre göttliche Erleuchtung bezeugen. Die,
se Zeugnisse können so schlechthin nicht angenommen
werden, weil ste voritzt nur noch als solche betrach,
ret werden müssen, die jemand von sich selbst ablegct.
Sie werden daher geprüft und §. 14. erwiesen, daß die
heil. Schriftsteller ehrliche und vernünftige Leute ge,
wesen, die §. 15. die Wahrheit allenthalben geschrie-
ben haben — die §. 16. die Lehre vortragen, die in
einer Offenbarung stehen muß, nehmlich die Lehre
von dem Erlöser der Menschen. — Aber, woher
mag doch wohl der Philosoph so zuverläßkg wissen,
" was für eine Lehre in einer göttlichen Offenbarung
stehen müße, daß er den Schriftsteller darnach beur,
theilen dürfte ? So vergißt sich immer der christl.
Philosoph, und glaubt, ec wisse das von sich selber, was
ec doch erst aus der Offenbarung gelernt hat — Eben
diese Männer haben §. 17. auch Wunder gethan, und
dadurch das Siegel der Wahrheit auf ihr Zeugniß ge,
drückt. -—> Dieß alles ist noch nicht zureichend §. r 8.
um von dem göttl. Ursprünge dec heil. Schrift die völ-
ligste Ueberzeugung zu erlangen. Sie muß auf einem
andcrnWege gesucht werden; und der, denHr.D.Schu-
bert genommen, ist dieser: Er beweiset erstlich die
göttl. Sendung und Lehre JEsu Christi, die man schon
aus dem erkennen könne, was die Evangelisten davon
sagen, wenn sie auch gleich ohne göttl. Eingebung ge-
schrieben hätten. Dieß kann, heißt es §. 20. alsun,
widersprechlich vorausgesetzt werden, daß Jesus von
Nazareth in der Welt gewesen, daß er sich für einen
göttlichen Lehrer ausgegeben, daß er eine eigene Reli-
gion gestiftet,und dcrenNorhwcndigkcit zurSeligk< > be,
haup-
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