Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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Gesammlete Briefe.
Herr M ehrern gelingen, als wir mit Augen sehen;
und iw will dir noch etwas Trostreichere sagen: Gott
kennet die Seinen, viele Tausende, welcyc rellttschaffe-
nee Herzens sind, und bey Lesung der apostolischen
Schriften von dem Lichte der heilsamen Wahrheit zu
ihrer Heiligung durchdrungen werden; diese, setzen
in ihrem Geiste und Herzen die leere Worterkcnnrniß
und das unnütze Schulgezänk bey Seite, als Dinge,
die ihnen zu hoch seyn; ob sie gleich die Wahrheit
der dunkeln Worte in Einfalt des Herzens denen zu,
trauen, die als öffentliche Lehrer bey ihnen in Ansehn
sind, und denen sie auch den Zugang zu dem wahren
Lichte danken welches in ihren Seelen wirket, und
dess n Kraft sie weder andern erklären, noch rechtfertigen
können. Alle diese Rechtschaffene glauben zu ihrer
Heiligung, und sind durch Liebe lhätig, unter den rö-
mischen, genfischen, wittenbergischen und andern Chri,
sien; ob sie gleich keine Erfahrungen von wunderthä-
tiqen Gebethserhörungen haben. Siehe die Zeichen
naher Zeiten! die unnützen Worterkenntwsse und
Schulgezänke verlieren nach und nach ihr Ansehn;
das wahre Licht aber glänzet stärker bey uns, als bey
unfern Vorfahren, und wird endlich jene Finsterniß
ganz zerstreuen. Daß aber ohne Wunderwerke un-
srer Zeiten die heilsame Lehre und die himmlische Ver-
heißung wirklich geglaubt werben könne und müsse,
merke nach Deiner Weisheit, aus den Worten des
HErrn, selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Wer selbst Wunder thun kann, oder Wunderthaten
vor Augen hat, der glaubet, weil er steht: aber selig
sind, die nicht sehen, und doch glauben. Wunder-
werke hat Gott zur Bestätigung seiner Offenbarun-
gen bestimmt, so lange und so oft, als sie nach seiner,
nicht nach unsrer Weisheit nöthig sind. Anfangs
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