Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

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268 Versuch über die Religionsgeschichte.
rungen der alten Hieroglyphen, durch Hülse der grie-
chischen Fadellehre. Man sieht, wie lügenhaft diese
fei n müssen Z. B- die Aegyprier kannten keinen
Mars, noch Venus, noch Juno, noch einen unkör-
perlichen Weltschöpfer, und doch hat Horapollo für je-
de dieser Gottheiten Symbolen. Vielleicht hat er
von der damaligen Erklärungsart der Hieroglyphen,
nicht von ihrer ursprünglichen Bedeutung, Rechen-
schaft geben wollen.
Der ägyptischen Religion letzte Quelle sind die
Hermetischen Schriften. Des Hermes Person war
der Gegenstand vieler Erzählungen, die man daher un-
entschieden läßt, weil sie sich widersprechen. Hero-
dot sagt wenig von ihm, und Nebendinge. Plato,
als Ittnqlma, hält ihn für einen Gott, mit mehrKennt-
nisscn unterstützt nennt er ihn einen göttlichen Mann.
Von den 2 Hermessänlen aber, in welche Wissenschaf-
ten gegraben waren, weis er nichts. Dieser gedenkt
zuerst Monekho , der Lügner, und dazu in einer der
ungereimtesten Stellen.
Diodor, ohne von Monethons Hermesfäulen zu
wissen , legt ihm die Erfindung wissenschaftlicher Kennt-
nisse hey, zu denen er Leibesübungen zählt, die Aegyp-
ten nie kannte: und sagt, die Priester schrieben die Ent-
deckung von Lebensbedürfnissen ihren Beherrschern zu.
Em abermaliger Beweis der Vermischung griechischer
und ägnpkischer Alterthümer: die Griechen leiteten
ihre Leibesübungen aus einem Lande, wo sie niemals
gewesen waren, und die Aegypkier glaubten ehe-
mals in gleicher Wildheit, wie die Griechen, gewesen
zu ftyn.

Die
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