Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

Seite: 275
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Versuch über die RelLgionsgeschichte. 275
sen werden konnte. Schon dem Herodot — dazu
einem Ausländer sind die Aufschriften der Obelisken
dunkel, deren er überdies kaum erwähnt: Und unter
den Ptolomäern war alles Bemühen, sie zn entziffern,
über der Verzweiflung dicß leisten zu können, ver-
schwunden.
Daß man in dem ersten Jahrhundert nach Chri-
sto, bey wiederkommender Barbarey, neue Bildschrift
für neue Gegenstände fand, nach neuen Grig'N die
alten auslegte, ja ihnen Zauberkräfte zuschrieb, läßt
der Verfasser unausgeführt, weil es feinem Zwecke
fremd ist, und keine genaue Beschreibung verdient:
aber erwähnen wollt ers, daß keinen die Neugier rei-
zen möchte, zu suchen wo nie etwas gewesen ist.
Ueberhaupt ist es des Verfassers Verdienst, alte
Ruinen, wo mancher Schatzgräber kostbare Zeit und
Gaben verschwendet hat, einzuwerfen, und mit einem
Muth, den ihm die treue Durchsuchung giebk. Dis
abgedroschene Recensentenformel: Er macht Epoche,
würde von diesim Manne, der mit Kenntniß der Weis-
heit und ihrer Geschichte, mit Sprachkunde undBelesens
heit, und, was üb^r alles geht, mit Prüfungsgeist sich an
die bemooßten Vorurrheile wagte, in vollem Maaße
gelten: doch derRecenjent schweigt, stellt Herder und
Meiners gegen einander, und läßt den Leser selbst den
Ausspruch thun.

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