Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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einiger Kanzelvortrage. 7z
aussöhnen zu können, oder doch das unbefangne
Publikum über ihre Urrheile himvegzusetzen. In
dem Vorberichte sagt er, daß er nach Toblers
Beispiele Fragmente von Predigten Herausgeber:
wolle, ohne Toblers Nachahmer zu seyn. Dage-
gen haben wir nun zwar nichts, ob wir gleich nicht
einsehen, warum grade Fragmente von dieser Art
gedruckt werden sollen, da solche abgerißne und
unvollendete Stücke doch weder zur ordentlichen
Erbauung, noch zu auserlesenen Exempeln für
ein homiletisches Kollegium dienen können, als
welche wir unleugbar aus bessern Duellen und ori-
gineller haben. Wenn das aber eine Instanz des
Hrn. V. seyn soll, daß er auch eben so wenig vor-
hin Saurin nachgeahmt habe, da man ihm allzu-
sichtbarer Nachahmung, und zwar auf Saurins
mittelmäßiger Seite, vorgeworfen hatte, so möchte
diese Instanz wol nicht gar weit reichen. Doch
darüber weg! — Wenn Hr. L., dessen Genie
Zur Kanzelberedsamkeit wir nicht verkennen, weni-
ger Weitschweifigkeit des Vortrags, mehr Frucht-
barkeit der Gedanken, die nicht in einem Schwall
von Worten herumgekrieben werden, mehr Pra-
cision und mehr Popularität im Ausdruck (denn
was soll z. E. S. Zs. die Zeit zu einem ewigen
Fluche für sich beflügeln?) mehr eigenthümlichen
Gang annehmen wird: dann wollen wir lieber
ganze Predigten, als Fragmente von ihm erwar-
ten, und er wird nicht nöthig haben, sich, wie in
E s der
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