Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

Seite: 149
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vom Eidschwur, ein Kanzelvortrag. 149
machen. Wer zwingt uns denn, alle einzelne
Theile unsers Vortrags , alle Erklärungen und
Beweise u. dergl. aus dem Texte heMuszuklauben?
Bey jedem Texte bleibt es uns ja erlaubt, geradezu
die Wahrheiten aus andern Stellen der heiligen
Schrift zu nehmen, wo wir solche finden, ohne
uns mit untauglichen Folgerungen aufzuhalten.
In dieser angeführten sehr ungegründeten Entschul-
digung, wegen Weglassung des Textes, gibt der
Herr Vers, seinen Zuhörern die Anweisung: Wo
ich Worte Gottes zu Bestärkung der Wahrheiten
werde anführen, müssen sie bemerkt werden. Er-
führt aber mehrentheils nicht die Worte Gottes
selbst an, sondern nennt blos den Orr, wo sie in
der Bibel stehen. Wie konnte das aber für seine
Zuhörer eine Bestärkung der Wahrheit seyn? Z.E.
zum Beweise, daß Gott alles richten wolle, sagt
er S. 2g: „Ich erinnere euch auf die Worte des
Predigers, K. 12, 14, auf das, was Gott durch
Malachiam sagt, K. 4. v. 1. u. s. w. (Man
merke hier die Redensart: Einen auf etwas erin-
nern.) Noch eine Probe von des Hrn. V. Art,
Worte Gottes zu Bestärkung der Wahrheit anzu-
führen. Wenn er S. 26. aus der heil. Schrift
darthun will, daß Gott den Obrigkeiten sein Rich-
reramt in gewisser Maaße übertragen habe, sagt er:
Außer andern Beweisen sind es die Worte Pauli.
Röm. iz, 1. 2. ohne die Worte des Apostels
selbst hinzuzufügen. Konnten sich wohl seine Zu-
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