Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

Seite: 153
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vom Eidschwur, ein Kanzelvortrag. 15 Z
die werden geschweigct (der Ausdruck: geschweige
werden, möchte wol auch selbst im populären Styl,
in welchem aber diese Predigt nicht geschrieben ist,
allzu populär seyn) weil Gott rächen wolle und
solle. Man geht sie verächtlich vorbey, und nun
tritt man vor Gott: Siehe! ich habe deine Ge-
sandten getauschet — und nun auch dich. — Um
zu betrügen berief ich mich auf dich. Nun schütze
den Betrug durch Vergebung der Sünde! Eine
wahre Gotteslästerung. Er zeigt daraus, daß es
schwer sey, Vergebung dieses Verbrechens zu er-
langen, und redet, zuletzt, im vierten Abschnitte
von dem Wege, welchen Unglückselige, die solche
schwere Verschuldung auf sich haben, einschlagen
müssen, wenn ja Vergebung erfolgen soll. Weil
nämlich ein Meineid nicht nur eine Beleidigung
des Nächsten, sondern auch des göttlichen Richter-
amtes ist: so muß der, der noch Vergebung hoffen
will, erstlich seine falsche Aussage widerrufen, und
Len verursachten Schaden ersetzen, zweytens sich
weltlichen Richtern als einen solchen darsiellen, der
Gottes Gericht hat betrügen wollen, und also die
Scrche von dem göttlichen Gerichte gleichsam wie-
der wegnehmen §. so. Wobey aber erinnert wird
(S. fl.) daß es einem Meineidigen schwer an-
komme, diesen Weg, auf welchem noch Verge-
bung zu erlangen, emzuschlagen. Verlust dessen,
was zur Ersetzung des Schadens erfordert wirb,
und Schimpf vor der Welt, hält die meisten zurück.
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