Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen.
was das Eoncordienbuch für Schriftlehre erkannt
har? Hak in den Römischcatholi sehen Landern der
Gewissenszwang damit anfgehärt, dass man die
anders Denkende endlich mir genauer Noch hak
ziehen lassen? ohne jetzt andere und neuere In-
stanzen aus der Geschichte zu geben. Ist es nicht
dreist und unvorsichtig, wenn unsere Theologen
über Tiranney, die in der Römischen Kirche Herr-
scher, solche Klagen führen, und in dem sie selbst
ohngefahr eben das thun und rachen, um ihren
Lehren das Ansehen zu erhalten, keinen Gewissens-
zwang darinn sehen wollen. Ich weiss wohl, daß
nmn sich bemühet har, noch einen großen Unter-
scheid zwischen dem Zwang, der in jener Vor-
waltet, und der in unserer Kirche start sinder,
heraus zu bringen. Man geht freylich bey uns
noch gelinder. Aber es ist doch immer noch Zwang,
der dem Grundsatz, worauf unsere evangelische
Kirche erbauet ist, gerade entgegen lauft. Man
ziehe also zuerst den Balcken aus seinem Auge!
Die übrigen Ausflüchte gegen diese Einwendung,
als: Daß man ja die symbolischen Bücher Nie-
manden aufdringe, daß man nicht dafür könne,
wann der unterschreibende äusserlichen Vortheilö-
wegen eine Heuchelet) begehe u. d. sind so schlecht
und elend, daß ich mich schäme, sie aus dem Munde
und der Feder Protestantischer Lehrer zu wieder-
hohlen. Das alles kan die Römische Kirche auch
auf
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