Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen.
manchen Aberglauben nicht geahndet haben, um
ihre Gegner nicht allzusehr aus der Faßung zu-
bringen ; wie das die Augspurgische Confeßion
selbst sagt. Wahr ist es, daß ihnen selbst noch
allertey Vorurtheile anklebten, und man sieht
ordentlich, wie sie von Zeit zu Zeit freyer zu
denken gewaget haben. Wahr endlich ist, daß
sie die Hülssmittel nicht so gehabt, wie man sie
seit zweyhundert Jahren bekommen und genützet
hak. Allein ich muß auch gestehen, daß, nach
meinen Einsichten, bey weitem noch nicht folget,
daß man die Verpflichtung auf diese Schriften
deswegen aufheben solle. Man kann immer wün-
schen, daß sie die Vollkommenheit hatten, die
ihnen noch fehlet. Da wir aber keine Bekennt-
nißbucher von der untadelhaften Art haben, so
müssen sie nur nach den damaligen Zeiten be-
trachtet werden, in denen sie aufgesetzt worden
sind. Und so ferne können wir ihnen allerdings
gleichsam als Bürger der damaligen Christenwelt
unsere Stimme geben. Es gehet in vielen andern
Fallen also, wo etwas nach und nach gebessert
und verfeinert wird: Man wirft deswegen das
alte nicht gleich hinweg.
Diese Antwort gefallt wenigstens mix weit bes-
ser , als wenn man mit Herr Gözen und eini-
ger andere behaupten will, Luther und Metanch-
khon und jene andre große Manner haben eben
D 4 das
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