Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen-
reu Journale tadelt man das hauptsächlich, daß
meist junge Gelehrte daran arbeiten, welche sich
auf diese Art herauönehmen, mit Dreistigkeit von
rheologischen Büchern zu urcheilen, und vorgeben
sie zu prüfen, das doch keine Sache für sie sey.
Also eine Schrift von einem dermaligen Professor
der Theologie zu prüfen, das wollen sie sich nicht
unterfangen, das ist über ihre Kräfte: aber die
symbolischen Bücher der ganzen evangelischen Kirche
von Luther, Metanchron und andern, die sollen sie
schon geprüft, nach der heiligen Schrift recht genau
geprüft haben l Und das sind gleichwol noch or-
denklicherweise die geschicktesten, fleißigsten, belesen-
sten unter unfern jungen Geistlichen. Was will
man denn von den andern sagen? Endlich laßt
man Eid abtegen und unterschreiben, meist als-
dann, wenn man ihnen ein Amt aufträgt. Als-
dann müssen sie wählen. Man nöthigt sie nicht
zur Unterschrift, durchaus nicht. Aber die neue
Besoldung, Amt und Charakter ist verloren, so-
bald sie sich weigern. Wie frey ist dieser Beyfall?
Es ist noch ein Umstand bey der Verpflichtung
auf die symbolischen Bücher, der ihr ein wunder-
bares Ansehen zu geben scheint. Häufig muß man
dabey versprechen, nicht nur, daß man jetzt den-
selben beypflichke, sondern daß man auch in seinem
ganzen Leben ben der Lehre derselben genau bleiben
wolle. Gesetzt (und man darf ja auch einen un-
wahr-
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