Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen.
Man unterscheidet in diesen Dingen, so viel
ich sehe, sogar ein äußerliches und innerliches
Recht. Das äußerliche soll aus dem Rechte der
Gesellschaft folgen, und davon haben wir bisher
geredet. Unter dem innerlichen versteht man dm -
fenige, das auf dem Inhalte der symbolischen Bü-
cher und ihrer Eigenschaft berühr, nach welcher
sie lauter geprüfte Wahrheit der heiligen Schrift
enthalten. Daher hat die Kirche das Recht, die
Befugnis, selbst die Verbindung auf sich, ihre
Glieder und insonderheit ihre Lehrer zu ihrer An-
nahme zu verpachten, und diese sind verbunden,
sie anzunehmen. Denn einmal, die Kirche har
sie nicht im Leichtsinn, sondern nach reifer Prü-
fung als gewisse Normalfchriften angenommen.
Daß die symbolischen Bücher von vielen Ge-
lehrten und Ungelehrten bisher unterschrieben, und
eme unzähliche Menge bisher darauf verpflichtet
worden sey, das weiß jedermann. Ob sie deswe-
gen von ihnen durchaus, als geprüfte Wahrheit aus
Gotteswort, gewissenhaft und mit Ueberzeugung
angesehen worden, das ist eine andre Sache. Und
wenn es wäre, so harten sie ein bloß menschliches
Urrheil für sich, daß sie den vermuthbarsten Sinn
der Glaubenslehren der heiligen Schrift darleg-
ren. Daß es deswegen wirklich in allen Haupts
punkten also sey, folgt aus diesem Unheil nicht-
und um so weniger gewiß, weil ein weit größerer
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