Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

Seite: 302
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1775b/0314
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
zor Abhandlungen.
habe) folgen nicht bis auf fo genau bestimmte
kirchliche Ideen. Noch vielweniger ziehen sie fo
wichtige Folgen daraus. Endlich bleibt ihm als
einem Privatmann^ der auch Sitz und Stimme
in der Kirche hat, frey, auf andre Wege, dem
christlichen Publikum fein Erkenntniß mitzutheilen,
und zu wahrer oder vermeinten Verbesserung des
Lehrbegriffs Vorschläge zu rhun. Das wird ihm
der Staat nicht wehren, solang er in den Grenzen
bleibt, d. i. solang er nicht mit Frechheit, im deci-
siven und schimpfenden Ton auf die öffentliche Lehre
loszieht, sondern die Achtung beybehälk, die eilt
Einzelner allzeit dem übrigen Ganzen schuldig ist.
Ein gerechtes Miötrauen aber in sich selbst und
seine Einsichten setzen, und herrschende, wahre
oder vermeinte Vorurrheite mir Fürsichtigkeit und
Mäßigung bestreiten, das hebt die Freyheik des
Gewissens nicht auf.
Bey der Unterschrift der symbolischen Bücher
also geben wir Denken und Urtheilen von Glaubens-
sachen, nach der einzigen Regel der Schrift, jedem
dennoch srey. Er ist an einzelne Satze nicht geheftet.
Aber sofern ein Lehrer andre Gedanken und
Meynungen hat, glauben wir, daß sein Amt
nicht gerade erfordere, dieselben öffentlich vorzu-
kragen, als in gewissen gar seltenen Fallen. Den-
noch halten wir dafür,

Daß
loading ...