Allgemeine theologische Bibliothek — 6.1776 [VD18 90309928]

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bey Betracht, der göttl. Wahrheiten. §7
verwirft deswegen das Sinnliche bey der Erbauung
nicht: Man will nur daß ein vernünftiger Gebrauch
davon gemacht werden soll. Die Besserung der Men»
scheu ist der letzte Zweck der vernünftigen Erbauung,
der nicht anders als durch Vorhaltung richtiger Be-
wegungsgründe oder durch Hervorbringung richtig
guter Entschließungen erhalten wird.
Gicbt es wohl verschiedene Arten der Erbauung?
Fragt der Vers, und antwortet: Wenn ich dem gc-
wohnlichen Sprachgebrauche trauen solle, so darf
ichö nicht schlechthin leugnen. Rede ich objecktive
davon, so ists auch allerdings wahr; nehme ichs sub-
jecktive, wievorzüglich her, so können nur verschie-
dene Graden nicht Arten angenommen werden. Am
Ende kommtS doch eben darauf an , ob eine solche
Veränderung in dem Menschen vergehe, welche ei-
ne moralische Besserung zum Endzweck hat. Halt
man die Veränderungen für Erbauung, welche
durch Dinge hcrvorgebracht werden, die weder
durch die gesetzte Vernunft gewürket, noch gcbilligct
werden, so könnte das die vernunftlose Erbauung
heißen. Sind die Gegenstände und Ursachen darvon
ossenbahr falsch; so wäre es eine falsche; geht man in sei-
nen Neigungen und Entschließungen gar zu weit, die
übertriebene; geht der erregte gute Entschluß ohne
Ausführung schnell vorüber, die flüchtige Erbauung
re. Vernünftig ist die Erbauung, wenn die Vernunft
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