Allgemeine theologische Bibliothek — 6.1776 [VD18 90309928]

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man sichet aus andern Briefen, daß er sich gerade
an dem Punkte gestoßen, den er auch hier Luthern
Vorhalt. Wir wollen zugebcn, daß der Ausdruck
hier nicht so frey und lebhaft seye, als wenn er z. E.
an den Amorbach schreibt. Er hatte aber hier eine
andere Materie und eine andere Person vor sich
re. rc. s). (::)
Man hat ihn öfters vor einen großen Freund
und Bewundrer Luthers ausgcgeben. Man muß
aber die Zeiten unterscheiden, wie auch in seinem
Lebenslauf richtig angcmerkt ist, und man aus den
Briefen an dem Amorbach und Erafmus siehet. In
der Zeit, dahin dieser Brief von dem eben die Fra-
ge war, gesetzt wird, war er in manchen Stücken
mit Luther noch sehr zufrieden. Wie es aber Lcrmen
gab und er auch dabcy zu leiden hatte, Luther auch im-
mer weiter gicng, baß freylich manchen guten Köp-
fen darüber schwindelte, so betrachtete er ihn als
die Ursache vieler Unruhe und dergleichen. Dem
Erasmus gab er aber immer den Vorzug, auch da er
noch mit vielem Rcspeckt von Luthern redete. Die
lange Vergleichung ist schön zu lesen, besonders
wenn man sich in die damahligen Zeiten hincinsetzt,
die er zwischen diesen beyden großen Mannern in
einen Brief an den Amorbach angestellt hat. Man
findet hier auch vom Erasmus den Brief an den
5 . Za-
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