Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

Seite: 38
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38 Acht Briefe
Ketzereyen die Thüre öfnen, und die Wahrheit
würdeunterdrücktwerden, oder verschwinden.—
-lber das heißt das Christenthum mit der schänd:
kicksten Verläumdnng verunehren. Seine einzige
Hofnung ist ja ein unparrheyischeö Verhör, eine
genaue Untersuchung; und ist es nicht Unglaube
gegen Gott, wenn man um seine Wahrheit so ängst-
lich thut? Hat Gott nicht verheissen seine Kirche
zu schützen?
Der vierte Brief zeigt, daß keine Gattung
obrigkeitlicher Gewalt sich ein Recht über Gedan-
ken und Meinungen anmaßcn könne. Hier ist der
Schluß derselben: der König, sagt man, hat kein
Recht über die Gewissen, blos als König, sondern
als ein christlicher Aonia; ganz gut, sehr nur, wor-
auf eure ganze schöne Theorie hinaus lauft. Gesetzt,
ein Jesuit sollte den König bekehren, hat er ein
Recht, daö Christenthum, wie es die Papisten be-
kennen , einzuführen? Nein, sagen alle durch die
Reformation verbesserteKirchen; das Recht kommt
ihm zu, so fern er ein prorestarmfcher christlicher
König ist; so fern er ein l^piscopal ist, sagt der
eine; so fern er ein Presbyterianer ist, spricht
ein andrer; keineöweges, sagt ein dritter, dessen
Stimme alle zum Schwelgen bewegen.sollte; Ge-
bet
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