Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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Hallers Briefe
mung fehlet, da wir von weltlichen Geschichten
nichts besitzen, das nicht tausend Jahr jünger als
Die Geschichte Abrahams sey. Und dies Härte ich
noch V. geantwortet: der gründliche Geschichts-
kenner hebt sich viele Disharmonie, die der Epo-
peendichrer sich nicht Zu heben weiß. — Bey det
Geschichte des Sissera ficht V. mit einem Hirnger
spinsie, das er selbst gemacht hat, um es desto siche-
rer verspotten zu können. Kurz, doch sehr gut ge-
sagt ist die Antwort auf V. ewige Klage: der
Mensch hätte nicht sterben, nicht Schmerzen em-
pfinden sollen; wie auch seinen Einfall von der Zu-
lassung des Bösen, und von den großen Verände-
rungen in der Erdkugel, die ihm keine Folgen des
göttlichen Willens, keine Strafen, sondern Wir-
kungen der ewigen Gesetze sind. Das Gespött über
das Buch Job ist eines Dichters unwürdig, der
müßte doch wohl wissen, was in einem erhabenen
dramatischen Gedicht erlaubt sey. Wer weiß es
besser als er? Aber Partheilichkeit und geschworne
Feindschaft wider die Bibel find Ursache, daß er
wider seine eigene Grundsätze spricht.
IV.
Wider V. Grille, die Religion sey ein Werk
des Menschen und nicht Gottes, weil der Him-
melsstrich einen großen Einfluß darauf habe. Hi-
storisch
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