Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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erster und zweyter Theil. 8 z
widmet sein Werk Gelehrten und Ungelehrten zur
Lektüre, beyde finden auch Nahrung für das Herz
darinn.
Bey aller Ueberzeugung daß es sehr dazu zu
empfehlen sey, müssen wir aber auch gestehen,
daß uns in manchen Stellen die rechte Sprache für
das Herz verfehlt zu seyn scheine. Oft ' im andern
Theil nicht so häufig als im ersten) ist der Ausdruck
zu poetisch und gesucht, zu gedehnt und paraphra-
stisch. z. E. S. Z s heißt es von Maria: „ — ich
„empfinde die ganze zarte Empfindsamkeit ihres
„Herzens, die sich in dem erhabenen Lobgesange
„ ergießt, in dem sie, durchdrungen von ihrem Glück,
„die Mutter des Weltheilandes zu seyn ausbricht.
„Aufder einen Seite lebendiges Gefühl ihrer Nie-
„ drigkeit, auf der andern Seite hohes, emporwal-
„lender Brust, bey dem Gedanken: Sie werden
„mich selig preisen rc. rc. S. 66. Wenn unsere
„Seele etwas sehr angenehmes erwartet; so pflegt
„sie den Gedanken an die Erfüllung dieser Erwar-
„ tung, oft aus Wahl mit der trübern Idee an das
„ Gegentheil zu unterbrechen. Sie will nicht gerne
„vergebens hoffen, je heisser sie nach etwas strebt,
„ desto öfter kämpft sie in sich selbst mit der Vorstel-
lung, als strebe sie umsonst. S. 2sg. Alle diese
„Eigenschaften übte Paulus mit einer gewissen
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