Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

Seite: 130
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1777/0142
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
rzo Die gute Sache
men, ruhig und kaltblütig aufs neue untersucht,
und alsdenn das Resultat seiner Untersuchungen in
der freymürhigen, aber doch bescheidenen Sprache
eines wahrheitliebenden Forschers, uns vorgeleget
hätte. Möchte er es denn beyden Parrheyen Recht
gemacht haben, oder keiner von beyden; daran
wäre nichts gelegen gewesen. Mit diesen Gedan-
ken nahmen wir sein Buch zur Hand— Aber wir
fanden uns in unfern Erwartungen gar sehr betro-
gen. Man darf nur einige Blätter gelesen haben,
so wird man sogleich gewahr, daß der Verf. nichts
weniger als geprüft (wie doch auf dem Titel steht);
sondern daß er schon vor der Untersuchung Parthey
ergriffen, und nur, um diese nun einmal liebgcwon-
nene Meynung zu vertheydigen, Gründe, so un-
statthaft sie auch immer ftyn mögen, von allen Sei-
ten zusammengeraft habe. Man findet hier gar
keine Spur einer ruhigen Untersuchung; daß er
nicht zu den Quellen selbst zurückgegangen, wollen
wir ihm nicht einmal hoch anrechuen: allein auch
denn, wennBünau, Buchholz, Arno!- (dieß
sind seine vornehmste Gewährsmänner) ihm den
rechten Weg zeigen und Enrscheidungsgründe genug
an die Hand geben, bleibt er doch bey seiner einmal
angenommenen und festgesetzten Meynung, und
weiß den triftigsten historischen Bewerfen durch selt-
same
loading ...