Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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der ehmaligen Heydenbckehrung. iz?
jene wilden Völker die Feindseligkeiten immer so
geradehin, blos aus Religionshaß, wie der Verf.
sagt, und ohne von den Christen dazu gereiht und
veranlaßt zu seyn, angefangen haben. Wir wol-
len zwar nicht jene Heyden durchgängig für so stille
friedliebende Menschenkinder ausgebeu, als dieje-
nigen gethan, wider welche in Lieser Schrift so sehr
geeifert wird: Aber das hätte doch der Verf. auch
nicht läugnen sollen, daß sie sehr oft durch jene
Zudringlichkeiten der Christen, die sie eine Religion
anzunehmen nöthigten, die sie nicht verstanden, und
von der sie nicht überzeugt waren, und besonders
durch die geforderte Nmerwürsigkeit unter den rö-
mischen Pabst, und unter die benachbarten Bischöfe,
und durch die damit verknüpften Abgaben, wider
die Christen aufgebracht, zu neuen Feindseligkeiten
veranlasset und auf gewisse Weise berechtiget wor-
den sind. Hievon zeigt uns die Geschichte ganz
unläugbare Beyspiele. Uns dünkt immer die Ab-
sichten und Bewegungsgründe bey jenen gewaltsa-
men und erzwungenen Heydenbekehrungen, liegen
gar zu klar am Tage. Es war, wo nicht immer,
doch in den mehrestcn Fällen, Eroberungssucht bey
den Fürsten, und blinder Eifer für die Erweite-
rung der päbstlichen Macht und Herrschaft, oft-
mals auch bloßer Eigennuß bey den Mißionarien.
Is Da
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