Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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der Kirchenväter in Nebers, rc. 227
welches in diesen Dingen keine Kleinigkeit sey,
wenn man dabey Treue und Genauigkeit beobach-
ten wolle. Recensent kann versichern, daß beydes
der Wahrheit gemäß sey. Er hat Kirchenvater ge-
lesen, und manches daraus für sich überseht, und
gefunden, daß es ungleich schwerer sey, sie zu ver-
stehen, und aus ihnen etwas zu übersehen, als
denLenophon, Demosthenes, Plato und andre
klaßische Schriftsteller. Der verdorbene Geschmack,
eine ausgeartere Rhetorik, ungeheure Figuren und
Blumen, selbst die Arten zu construiren und Pe-
rioden zusammen zu sehen, gewisse ganz eigne Ideen
und so zu sagen technische Ausdrücke, machen die
Ueberfthung eines Kirchenvaters nicht allein schwer,
sondern machen auch daß die Ueberfthung, wenn
sie einigermaßen treu seyn soll, allemal etwas som
derbar klingen muß. Wer kann aber dieß einem
Ueberseher zur Last legen? Nur bequeme und un-
wissende Kunstrichterkönncn eS thun; solche die das
Original entweder nie gesehen, oder doch nicht Lust
haben, es mit der Ueberfthung zu vergleichen, kön-
nen wohl glauben, es liege an der Ungeschicklichkeit
des Uebersehers, wenn sich der Kirchenvater im
deutschen nicht so fließend lesen laßt, als etwa eine
gute Ueberfthung einer voltairischen Schrift. In,
dessen, wer wird auf solcher Leute Urtheile achten?
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