Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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2Z6 Rößlers Bibliothek
„haupten wir etwas ähnliches von dem, was ihr
„vom Merkur saget." Einen andern Saß, der
S. i LO stehet, hätte Justin wohl heut zu Tage auch
nicht sagen dürfen, ohne ein Deist, oder mit Spott
ein menschenfreundlicher Theologe, gescholten zu wer-
den. „Diejenigen, die nach der Vernunft gelebt
„haben, sind Christen, wenn sie schon für Arhei-
„ sten gehalten worden wären, wie unter den Hey-
„den ein Sokrates und Heraklirus, und andre
„ dergleichen/' Herr Rößler fügt die Anmerkung
hinzu : „ Es ist eine ganz vergebliche Sache, diese
„Stelle nach der Orthodoxie erklären zu wollen,
„wie auch Irrig wohl gesehen hat." Mancher
würde lieber das bischen Vernunft, was er noch
hat, verläugnen, und unverschämter Weise von an-
dern teuren verlangen, daß sie die ihrige auch verläug-
nen sollten, ehe er so ein Geständniß ablegte. Was
einmal orthodox heißt, das muß behauptet werden,
das muß allenthalben herausgedreht und gepreßt
werden, eS mag ss viel Künste kosten, als es will;
man mag sich dabey so lächerlich machen, als man
will. Indessen getraut sich der Recensent zu bewei-
sen, daß der vorbedachte, jeht für heterodox gehal-
tene Saß, noch von vielen andern frommen und
rechtgläubigen Lehrern der ersten Jahrhunderte be-
hauptet worden, die kein Mensch je deswegen ver-
ketzert
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