Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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S56 Philosophische Betrachtung
sind , so ist auch in Ansehung derselben vieles be-
stimmt, und folglich kann man sie nicht von dergött-
Uchen Vorsehung ausschließen, wie er behauptet.
Ueberdem bestehet die göttliche Vorsehung eigentlich
in der höchsten Aufsicht, die Gott über alle Dinge
diefer Welt hat, und es ist gar nicht nöthig das
Wort, bestimmen, in die Erklärung zu bringen,
alsdann fällt der ganze Zweifel, den sich der Verf.
macht, von selbst weg. Man braucht nur zu sa-
gen , daß Gott bey seiner Vorsehung einiges aus
weisen Ursachen nur zuläßt, so bleibt immer die
Freyheit des Menschen ungekränket.
Von der Liebe hat der Vers. §. 29 und fol-
genden feine eigene Gedanken. Er meynt, der Ur-
sprung der wahren Liebe fey die Gerechtigkeit. Er
unterfcheidetdieNeigungen des Menschenin Grund-
neigungen, die sich unmittelbar auf seine Natur
gründen, und in abgeleitete Neigungen, die sich
auf andere Neigungen gründen. Den Inbegriff
der erstem nennet er die Liebe, und den Inbegriff
der andern, den Willen. Das Vergnügen ent-
stehet aus der Erfüllung der Neigungen eines ver-
ständigen Wesens, und das Misvergnügen aus der
Nichterfüllung feiner Neigungen. Gegen die Er-
klärung des B. v. Wolff, welcher das erstere aus
der Erkenntniß einer Vollkommenheit, und das an-
dere
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