Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

Seite: 257
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1777/0269
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
des Gottesdienstes der erstenrc. 257
der aus der Erkennrniß einer Unvollkommenheit
herleitet, wendet er ein, daß wenn einer gegen eine
Vollkommenheit gleichgültig sey, so werde ihm die
Erkennrniß derselben weder Vergnügen noch Miß-
vergnügen erwecken. Dieß aber möchte wohl nicht
die richtige Erklärung des B.v. Wolfs'umstossen;
denn wenn jemand gegen eine Vollkommenheit gleich-
gültig ist, so erkennet er sie nicht recht. Die Nei-
gungen der Menschen sind verschieden, nach der Art,
wie sie etwas empfinden; da nun Wolff das Ver-
gnügen durch eine anschauende Erkenntniß einer
Vollkommenheit erkläret, die anschauende Erkennr--
niß aber in der Empfindung bestehet, so folget selbst
nach seiner Erklärung, daß dasjenige uns Vergnü-
gen bringet, was mit unsern Neigungen überein-
stimmet» Was der Vers, von der Liebe saget, gilt
eigentlich nur von der natürlichen Liebe, und ist
nicht allgemein wahr. Daß eine wahre Vollkom-
menheit liebenswürdig sey, und daß Gott die höchste
Liebenswürdigkeit zukomme, wird hier umständlich
gezeiget. Die endlichen von Gott hervorgebrach-
tcn Dinge, werden in zwey Gattungen getheilet«.
Einige sind in ihrem Mesen und Eigenschaften Gott
ähnlich, und werden deswegen göttliche Eben^
bilde genennet, andere sind es nicht. Die erstem
haben, wie es hier Heist, eine wahre Liebrnswür-
The-l, Dikl, VII. S. R digkeik,
loading ...