Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

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Anlage zur Tugend und Laster. Z4Z
funden haben, daß Anlage zum Laster, nichts an-
ders als Anlage zu verworrenen Vorstellungen;
und Anlage zur Tugend, nichts anders als Anlage
Zu deutlichen Vorstellungen sey. Allein das hat er
nun nicht gethan, oder doch nur zum theil gerhan,
sondern er ist auf einem zum theil ganz andern Wege
fortgegangen, der ihm denn durch viele Krümmungen
dahin bringt, wohin er seine Absicht gerichtet hat.
Zuerst wird der Begriff der Anlage entwickelt,
und denn gezeigt, in wiefern Tugend und Laster das
mit verbunden, oder davon gerrenner werden must
sen. Nur schade, daß das mit einer solchen Weits
läuftigkeit geschieht, daß es am Ende viel Mühe
macht, wenn man das Ganze übersehen will»
Durch die natürliche Anlage zur Tugend und zum
Laster, versteht er die Möglichkeit derselben über-
haupt, oder einer gewissen Tugend und eines ge-
wissen Lasters insonderheit, vermöge welcher eö ei-
nem Menschen milder Zeit, wenn er den Gebrauch
der Freyheit erlangt, möglich wird, die Tugend,
oder eine gewisse Tugend auszuüben, und das La-
ster, oder ein gewisses Laster auszuüben» Da diese
Anlage, wie der Verfasser sagt, in der Seele ist,
(denn der Körper kommt in der ganzen Abhand-
lung nicht viel in Betrachtung) so muß sie auch
a-us den beyden Vermögen derselben zu erkennen
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