Allgemeine theologische Bibliothek — 7.1777 [VD18 90309928]

Seite: 351
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Anlage zur Tugend und Laster, z^i
werden, und umgekehrt; dicß geschieht durch Ue-
bung von Geburt an. z. E. Eine sanfte Seele
kann durch die Erziehung verhärtet werden, und
ein zum Zorn geneigter sanftmüthig — Gute An.'
merkungen zur Kinderzucht — Die ganze Vor-
siellung von der bloß natürlichen Anlage zur Tugend
und zum basier, wird durch die Erfahrung bestäti-
get, indem einem jeden Menschen, die eine Tugend
zu erlangen leichter ist als eine andere, und er kann
viel leichter ein basier meiden, als ein anderes,
nachdem er nehmlich Anlage oder nicht hat. Dee
Mensch mit Anlage zum basier, aber auch mir über-
wiegender Anlage zur Tugend geboren, was wird
er thuu, wenn er zum Gebrauch seiner Freyheit
gelangt? Werben seine ersten ftcyen Handlungen
rechtmüßig oder sündlich seyn? Auf diese nicht
genug bestimmte und etwas sonderbare Frage ant-
wortet der Verfasser; dich hänge von der Art der
Erziehung ab. Wenn er in einer einfältigen Le-
bensart unter arkadischen Schäfern und überhaupt
guten beuten erzogen werbe, ohne Künste, Wissen-
schaften und vorzüglichen Einsichten; so meynt er,
würden die ersten freyen Handlungen desselben un-
schuldig und der Tugend gemäß seyn, weil die na-
türliche Anlage zur Tugend in ihm großer als zum
basier fey, (woran schon oben gezweifelt worden, )
The-l.Dibl.vU.B» Z wenig-
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