Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

Seite: 103
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1777a/0107
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Vavi6i8 aliorurnyue?oetarum kebr. ioz
die Gott aus besonder» Nöthen geholfen hat!
daher der Dichter verschiedene Lebensarten und
Situationen der Menschen durchgehet.
Was der Hr. D. bey Gelegenheit des 8zsten
Psalms (S. 487») sagt: OiKciji8 emm eü cie
occaftone klälmorum 6il^ut2tio, /r iplz
inicri^tio enm procki6erit, weiß der Recens.
wieder nicht mit dem zu reimen, was der Vers,
im vorhergehenden von der Unzuverläßigkeit der
jetzigen Überschriften gesagt hatte.
Von der Moral, die in den Psalmen vorgetrar
gen wird oder enthalten ist. Die moralischen Psal-
men sind von einer doppelten Gattung: in einigen
beschäftigt sich der Dichter ganz und eigentlich mit
moralischen Vorschriften. Diese können mit gutem
Fug Lehrgedichte genannt werden. Dies, daß die
heil. Dichter die Einschärfung besonderer Pflich-
ten oder der Frömmigkeit überhaupt sich zum ei-
gentlichen Zweck setzen, macht den großen Unter-
schied zwischen ihren Gedichten und denen der la-
teinischen und griechischen Poeten, wo oftmals
auch moralische Sentenzen eingemischt werden,
aber, ohne daß die Empfehlung der Tugend ei-
gentliche Hauptabsicht des Dichters ist. So ist
auch die in den Psalmen enthaltene ganz reine
Moral ein Beweis, daß die Verfasser von einem
höheren Beystande unterstützt gewesen sind.
G 4 Äusser
loading ...